Pflanzenreport

        Gerold Hüthmayr-Stieglmayr

 
 
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          Gewinnung der Pflanzenwirkstoffe und Zubereitung der Anwendungsformen 

 

Gewinnung 

Auspressen

 

Die bereits im Altertum angewendete Methode, die heute nur mehr selten und bei wenigen, dazu geeigneten Pflanzenarten zur Anwendung kommt.

Kaltauszug

 

Kam früher sehr häufig im Mittelmeerraum zur Anwendung. Die Pflanzenteile wurden in einem Wasser- oder Ölbad, bei 65°C angesetzt, häufig umgerührt und der sich bildende Schaum wurde abgeschöpft. Nach einem Tag fügte man Fett hinzu, das die ätherischen Öle aufnahm und sich an der Oberfläche absetzte.

Destillation

 

Findet häufige Anwendung zur Gewinnung von ätherischen Ölen.

Extraktion mittels chemischer Mittel

 

Die Wirkstoffe werden durch Ansetzen in chemischen Lösungen gewonnen. Im Haushalt vor Allem durch Alkohol, industriell durch viele andere wie chlorhältige Mittel, Chlorophorm, Dichlormethan, Ester, Äther und Kohlenwassertoff. 

Zubereitung

Absude (Dekokte)

 

Eher zähe, feste Pflanzenteile werden in kaltes, lauwarmes oder kochendes Wasser gegeben und einige Minuten lang gekocht. Je nach Widerstandsfähigkeit der Pflanzen variiert die Kochzeit.                                                                 Abkühlen, Abseihen, Flüssigkeit filtern und Pflanzenreste auspressen.                                                                       Absude dürfen nur kurz aufbewahrt werden, da sie rasch verderben.

Aufguss

 

Die meist angewendete Methode im Haushalt – Tees.                                                                                             Aufgießen mit kochendem Wasser, sofort zudecken, damit die ätherischen Öle nicht entweichen, 5 – 10 Minute ziehen lassen, filtern und den Rest auspressen.                                                                                                                        Warm oder lauwarm, nie kalt, innerhalb eines Tages trinken.

Bäder

 

Konzentrierte Absude oder Aufgüsse als Zusatz für Hand-oder Vollbäder.

Wickel, Kompressen, Auflagen, Breiumschläge

 

Ganze oder zerkleinerte Pflanzenteile, Aufgüsse, Tinkturen usw. werden auf ein feuchtes Tuch aufgebracht, auf die zu behandelnden Körperstellen aufgelegt und mit einem weiteren Tuch fixiert. Nach einer Einwirkungszeit von 5 – 20 Minuten wird das innere Tuch entfernt, rasch mit dem äußeren und einem wärmenden, vorgewärmten Wolltuch neu eingewickelt. Dann erfolgt die Nachruhezeit, die mindestens so lange wie die Einwirkzeit dauert.

Gurgelwasser

 

Verdünnte, am besten lauwarme Verdünnungen von Tinkturen, Aufgüssen oder Absuden.

Lotionen, Salben

 

Wässrige Aufgüsse oder Absude werden mit Fett emulgiert.

Tinktur (Mazerate)

 

Alkoholischer Kaltauszug. Pflanzenteile, geschnitten oder pulverisiert werden bei Zimmertemperatur in hochprozentigem Alkohol angesetzt. Nach 5 Tagen, an schattigem Ort wird die Flüssigkeit gefiltert und die Pflanzenteile werden ausgepresst. Anstatt hochprozentigem Äthylalkohol wird auch manchesmal Wein verwendet.                                           Die Anwendung ist in der Volksmedizin hauptsächlich äußerlich, wie zum Beispiel Arnikatinktur. Aber auch Verdauungstropfen (Enzian) sind ein wirksames Mittel.                                                                                                            Im Haushalt dürfen nur aus ungiftigen Pflanzenarten Tinkturen hergestellt werden, da die Wirkstoffe wegen der großen Konzentration sehr gefährlich sind.                                                                                                           Aus giftigen Pflanzenarten (Eisenhut usw.) werden wirksame Medikamente in der Homöopathie und der Pharmaindustrie hergestellt. Dabei kommt allerdings die Methode der Perkolation (Durchpressen von Flüssigkeit durch die Pflanzenteile) zum Einsatz.

   

 

 

 
Gewinnung und Aufbereitung der Pflanzenwirkstoffe