Botanische Eigenschaften der Orchideen

Der Name „Orchideen“ stammt aus dem Griechischen. Er leitet sich ab von den bei vielen Orchideen zu beobachtenden unterirdischen, hodenförmigen Wurzelknollen ab. ( Hoden = griechisch Orchis)
Einordnung in die botanische Systematik:
· Samenpflanzen, Blütenoflanzen (Spermatophyta)
- Bedecktsamer (Angiospermophytina)
- Einkeimblättrige Pflanzen (Monokotyledoneae)
- Spargelblütige Pflanzen (Asparaganae)
- Orchideenartige Pflanzen (Orchidales)
- Orchideen (Orchidaceae)
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Mykorrhiza |
Zusammenleben mit Bodenpilzen |
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Mykotrophie |
Ernährung mit Hilfe von Pilzen |
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Papillen |
Haarförmige Zellen z.B. auf der Lippe der Orchideenblüte |
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Petalen |
Innere Blütenkronblätter |
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Pollinarium |
Einrichtung der Orchideen zum Aufkleben des Polliniums auf die Insekten bei der Bestäubung |
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Pollinium |
Zu einheitlichem Gebilde verklebter Inhalt des Pollensackes. |
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polyploid |
Vervielfältigter Chromosomensatz |
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Resuption |
Drehung der Blüte, wodurch die Lippe nach unten gerichtet wird. |
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Rhizom |
Unterirdische, ausdauernder Pflanzenteil |
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Rostellum |
Klebriges Blütenorgan, mit dessen Hilfe die Pollarien einem besuchenden Insekt aufgeklebt werden. |
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Sepalen |
Äußere Blütenhüllblätter, Kelchblätter |
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Symbiose |
Zusammenleben verschiedener Organismen mit gegenseitigem Vorteil |
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triploid |
Zellen mit dreifachem Chromosomensatz |
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Allogamie |
Fremdbestäubung |
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Anthere |
Staubbeutel |
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Anthese |
Phase zwischen Auf- und Verblühen |
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Apomikt |
Geschlechtliche Fortpflanzung wird durch andere Fortpflanzungsweisen ersetzt. Z.B. Jungfernzeugung |
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asexuell |
Nicht geschlechtlich |
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asymbiontisch |
Samenkeimung bei Orchideen; ohne Mithilfe eines Pilzes. |
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Autogamie |
Selbsbestäubung |
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Chlorophyll |
Blattgrün |
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diploid |
Zellen mit 2-fachem Chromosomensatz |
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Endemit |
Auf bestimmtes Verbreitungsgebiet beschränkt |
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Hypochil |
Hinterer Teil der Lippe bei Orchideen |
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Infloreszenz |
Blütenstand |
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Kleistogamie |
Selbstbestäubung in der geschlossenen Knospe |
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Klon |
Genetisch identer Nachkomme |
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Labellum |
Lippe der Orchideenblüte |
Blüte – Bestäubung - Samen
Die Blüte besteht bei allen Orchideen aus
· 3 Kelchblättern (Sepalen)
· 3 Kronblättern (Petalen)
- 1 Kronblatt bildet sich zur Lippe (Labellum) aus, die in der Regel durch eine Drehung (Resupination) unten steht.
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5 der 6
Staubblätter sind mit dem Griffel verwachsen
und bilden die Griffelsäule (Gymnostemium).
Nur ein Staubblatt bleibt funktionsfähig. Eine Ausnahme ist Cypripedium,
wo 2 Staubblätter vorhanden sind.
· An der Spitze der Griffelsäule sind die Pollenfächer mit den darin liegenden Pollarien angeordnet. Meist besitzen diese eine Klebdrüse, mit deren Hilfe die Pollen am Kopf eines Insektes befestigt werden.
· Die Bestäubung erfolgt bei den meisten Orchideen durch Insekten, wobei kaum eine Pflanzenfamilie so mannigfache Strategien entwickelt hat.
- Kesselfallenblüten (Frauenschuh)
- Nektarblüten (Stendelwurz)
- Nektartäuschblumen (Knabenkräuter)
- Sexualtäuschblumen (Ragwurz)
- Selbstbestäubung (Erzherzog Johann-Kohlröschen, Bienenragwurz)
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Kleistogamie –
Selbstbefruchtung innerhalb der geschlossenen Knospe. Z.B wenn in manchen Jahren
bei einigen Arten die Blüte unterirdisch erfolgt.
( Neottia nidus- avis – Nestwurz)
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Orchideesamen
sind sehr klein und werden in großen Zahlen produziert.
( bis zu 1 Million Samen pro Samenkapsel, bis 100.000 Korn pro g).
Sie verfügen über kein Nährgewebe, das den Embryo in der ersten
Entwicklungsphase ernährt, wie die meisten anderen Samen. Deshalb sind sie auf
eine Symbiose mit einem Erdpilz (Mikorrhizapilz) angewiesen, der den Samen mit
den notwendigen Substanzen (Zucker, Wasser usw.) versorgt. Sobald die Keimlinge
selbst die ersten Blätter ausbilden und die Photosynthese anläuft, können die
Pflanzen ohne den Pilz weiterleben.
· Weitere Möglichkeiten der Fortpflanzung sind
- Apomiktisch – die geschlechtliche Fortpflanzung fällt dauerhaft aus und wird durch andere Fortpflanzungsweisen ersetzt. Z.B. bei einigen Kohlröserlarten (Nigritella austriaca, Nigritella stiriaca, Nigritella miniata(rubra)Nigritella widderi).
- Knollen - Nach dem Absterben der Mutterpflanze bilden sich 10-20 cm lange unterirdische Ausläufer, die an den Spitzen neue Knollen tragen. Aus diesen treiben im nächsten Jahr neue Triebe. (Herminium monorchis –Einknolle)
Kreuzungen
In der Natur kommt es häufig zu Kreuzungen (Hybridisierungen).
Interspezifische Hybriden sind Kreuzungen von Arten einer Gattung.
z.B. Anacamptis coriophora x Anacmaptis morio
Intergenerische Hybriden sind Kreuzungen von Arten verschiedener Gattungen.
z.B. Cephanlanthera damasonium x Epipactis atrorubens
Interspezifische Hybriden sind bekannt zwischen den Arten der Gattungen
Anacamptis, Cephalanthera, Dactylorhiza, Epipactis, Gymnadenia, Neotinea, Nigritella, Ophrys, Orchis, Platanthera und Spiranthes.
Intergenerische Hybriden sind bekannt bei Cephalanthera x Epipactis, Dactylorhiza x Gymnadenia, Nigritella, Pseudorchis, Gymnadenia x Pseudorchis, Nigritella, Nigritella x Pseudorchis.
